Karlsberg UR Pils
Eine erfolgreiche saarländische Marke verschwindet. Langsam aber stetig. Das Fundament bröckelt an drei Ecken: Am überregionalen Markt, am heimischen – und am Mixbier-Getränkemarkt. Einst machte die Karlsbergbrauerei die vielseitige saarländische Bierlandschaft kaputt und war im Saarland omnipräsent.
Nun geht’s ihr selbst an den Kragen. Für die Großen zu klein und die Kleinen zu groß. Die beiden letzten Kleinen, nämlich Bruch und Grosswald werden (hoffentlich) überleben.
Der Kritisator mochte Karlsberg nie, obwohl ihr Ur-Pils eigentlich ein leckeres Bierchen war. Er hat’s trotzdem selten gekauft weil ihm der Laden zu unsympathisch war. Wie gesagt, ganz lecker. Herb und erfrischend. Männlich eben. Kein Frauenbier à la Bittburger. Doch des Mammons Willen wegen, änderte Karlsberg irgendwann das Rezept für ihr Ur-Pils. Das ist zwar nicht offiziell, doch jeder weiß das. Offensichtlich sollte das Bier nun mehr den Mainstream bedienen und ebenso einheitlich schmecken wie all die anderen Warsteiners und Krombachers. Schließlich will man ja hoch hinaus. Doch die Rechnung wird nicht aufgehen; und so verliert die Brauerei auch ihre ureigenste saarländische Kundschaft und steht am Ende mit leeren Händen da. Die alten saarländischen Brauereien werden davon leider nicht mehr auferstehen.
Paradoxer- oder auch passenderweise bleibt oder ist einzig ihr Mixery erfolgreich.
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