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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Wahlen: Die Junker von der Saar

jkl

Fabrique en monnaie

Die Wahl an der Saar ist gelaufen und das Votum des Bürgers war eindeutig. Wie ich nun dem Saar Report entnahm, machte Wendelin von Boch, nach der defacto-Wende bei der Landtagswahl, mit einer Androhung Stimmung gegen ein linkes Regierungsbündnis. Da bekommt jemand nasse Füße. Schöner oder besser kann man die wahren Zugehörigkeiten von politischen Lagern und Gesellschaftsschichten nicht mehr beschreiben. Käme denn Die Linke zu einer Regierungsbeteiligung, so würde er, Wendelin von Boch, mit seinem Laden Villeroy & Boch nach Luxemburg umziehen. Prima, passen würde das ja perfekt. Soll er den Müller Peter gleich mitnehmen. Dieser wird vom aktuellen Premierminister, mit dem passenden Namen Juncker, sicherlich wohlwollend aufgenommen.


So erkennt man die wahren Freunde der sogenannten »bürgerlichen« Parteien CDU und FDP. Ebenso, wie ernst die Themen der Linken offensichtlich genommen weden. Ernst genommen immerhin dann, wenn es um den eigenen Speck geht. Bei sachlicher Auseinandersetzung der politischen Themen sieht das schon anders aus.

Obwohl Die Linke kaum von der Wirtschaftskrise profitieren konnte, ist sie offensichtlich die einzige Partei der es gelingt, notwendige Veränderungen des Systems zumindest in klaren Worten zu thematisieren. Ob dies alles nur leere Versprechungen sind, ist etwas anderes, doch sie sprechen es wenigsten am deutlichsten aus.

Dies wird gerade auch von jenen gehört, welche nicht Nutznießer dieser Politik wären. Wendelin von Adel Boch spricht von »sozalistischer Wirtschaftspolitik«. Das ist genau so falsch wie es polemisch ist; eben jenes Adjektiv, welches man Lafontaine & Co. immer vorwirft. Unglaublich hingegen ist die an Erpressung grenzende Drohung, bei diesem oder jenem politischen Machtverhältnis auswandern zu wollen. Das erinnert mich irgendwie an Thomas Manns Buddenbrooks, und diese spielen immerhin anno 1848. So erscheint mir eines offensichtlich: An Hand solcher Reaktionen von Seiten der »Gutsherren«, scheint sich eine Art Indikator zu zeigen. Ein Indiz quasi, für eine greifbare Veränderung in Politik und Gesellschaft, die mehr ist, als nur dehnbare Worthülsen. Oder hat sich seit dem Bankenkollaps etwas geändert? Im Gegenteil! Banken und Autolobby wurden aufgepäppelt. Den Rest ließ man fallen. Mittlerweile fahren die Banker wieder ihre ersten dicken »Gewinne« ein.

Ich bin wahrlich kein Freund von Sozialismus oder Kommunismus. Ich finde Planwirtschaft alles andere als effektiv. Ich bin auch der Überzeugung, dass Leistung bezahlt werden sollte. Doch wie man Leistung bemisst, das sehe ich etwas anders als wohl die meisten der Wendelin von Bochs. Ebenso empfinde ich eine immer mehr sich durchsetzende »Feudalisierung« des Gesellschaftssystems. Unabhängige Ökonomen sprechen bereits von einem modernen Feudalismus. Was früher Fürsten und Gutsherren waren, sind heute Firmen Investoren und Banker. Der Königsstaat wird in Form von Partei und Funktionären gebildet. Doch offensichtlich nicht alle Parteien sind bereits von Industrie und Wirtschaft durchsetzt …

Infos:

Wirtschaftsreformen nach Gutsherrenart (Saar Report)

Die Party geht weiter (DIE ZEIT)


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