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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Berlin Biennale: Bücherverbrennung 2.0

Deutschland schafft es ab

Recyclen für den Führer

„DEUTSCHLAND SCHAFFT ES AB“ – BUCHSAMMELAKTION

Der tschechische Künstler Martin Zet veranstaltet zur 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst eine tolle Kunstaktion gegen rechtes Gedankengut. Er ruft alle Besitzer von Thilo Sarrazins Bestseller Deutschland schafft sich ab! dazu auf, das Buch an einer spziell eingericheten Sammelstelle nahe des August-Bebel-Platzes abzugeben, um es dort zeitgemäß zu schreddern, neudeutsch recyclen. Das ist doch mal eine sinvolle und zugleich mutige Aktion. Und Kunst obendrein. »Zeitgenössisch«, soviel Kritik muss sein, ist es aber leider nicht mehr so ganz, da bereits ein anderer Künstler an gleicher Stelle eine ähnliche Aktion durchgeführt hat. Doch sicherlich will Martin Zet bloß seinen Tribut an den großen Führer Künstler und Urinitiator zollen; außerdem ist das ganze ja auch schon eine Ecke her und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Ich habe immer wieder großen Respekt davor, wieviel Zivilcourage manche Zeitgenossen aufbringen, um unsere Demokratie vor solch rassistischen Zeitgenossen wie diesem Sarrazin zu schützen.

Es könnte in etwa so klingen:

Wir übergeben dem Schredder die Schriften von Thilo Sarrazin!

Originaltext der Aktion:

„Ab einem bestimmten Moment ist es nicht mehr wichtig, was die Qualität oder wahre Intention eines Buches ist, sondern welchen Effekt es in der deutschen Gesellschaft hat. Das Buch weckte und förderte anti-migrantische und hauptsächlich anti-türkische Tendenzen in diesem Land.“, erklärt Martin Zet.

Völlig richtig, was nutzen schon Qualität und Intension. Auf den Effekt kommt es an. Und der war ein politisch korrekter Sturm der »offiziellen Elite«, parteiübergreifend, über Staats- und Privatfernsehen, von taz bis hin zur FAZ. Der Effekt ging so weit, dass Sarrazin seinen Job verlor und innerhalb der Führungsetage der SPD quasi als Aussätziger behandelt wird.

Ich schlage vor, das Buch als aktives Werkzeug zu benutzen, welches den Menschen ermöglicht, ihre eigene Position zu bekunden.

Das mit dem Werkzeug ist echt gut. Hat damals auch schon geklappt. War zwar Feuer statt Schredder, doch letzteres deute ich als subtiles Zitat; soviel künstleriche Freiheit muss sein. Da kommen aber nur die Schlauen drauf.

Gibt’s eigentlich auch Blasmusik zur Aktion?

Originaltext der Aktion

Mit mehr als 1,3 Millionen verkauften Exemplaren ist Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin das erfolgreichste politische Sachbuch eines deutschen Autors der Nachkriegszeit. Im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst initiiert der tschechische Künstler Martin Zet jetzt die Kampagne „Deutschland schafft es ab“. Er ruft dazu auf, möglichst viele Exemplare des Buches zu sammeln und sich seiner so zu entledigen.

Die Wikipedia zu der Originalkunstaktion

Das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung ist ein Mahnmal auf dem Bebelplatz im Zentrum Berlins neben der Straße Unter den Linden. Das Denkmal erinnert an authentischer Stelle an den 10. Mai 1933, als unter anderem Studenten des Nationalsozialistischen Studentenbundes und viele Professoren der Humboldt-Universität unter der musikalischen Begleitung von SA- und SS-Kapellen über 20.000 Bücher von vielen vor allem jüdischen, kommunistischen, liberalen und sozialkritischen Autoren vor einem großen Publikum aus der am Platz liegenden Alten Bibliothek der Universität holten und in der Mitte des damaligen Kaiser-Franz-Josef-Platzes (1911–1947), heute Bebelplatz, verbrannten.

Man lese mit Interesse die Kommentare auf der Aktionsseite, welche bisher noch unzensiert sind: berlinbiennale.de/


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3 Antworten zu “Berlin Biennale: Bücherverbrennung 2.0”

  1. Nicolas sagt:

    Ehrlich gesagt frage ich mich, warum solche Künstler auch noch eine öffentliche Plattform bekommen, in der sie solche Anti-Demokratischen Tendenzen ausleben können. Da erfährt auch der letzte Hinterwädler, was er für Zeitgenossen hat. Unabhänhig davon, ob man Sarrazins Meinung teilt oder verachtet, ist diese geschmacklose Aktion eine Kriegserklärung an Demokratische Werte (ich hätte nicht gedacht Sarrazin mal so verteidigen zu müssen) Gott sei dank, scheint bei den meisten Deutschen aber klarer Konsens darüber zu herschen, dass diese „Kunst“-Aktion mal völliger nonsens ist. Was kommt als nächstes? Öffentliche Hinrichtung von andersdenken, als künstlerisches Zeichen des demokratischen Verfalls? Innerstädtische Treibjagden auf Moslems und Pogrome gegen Jüdische Gebäude, als Künstlerisches Zeichen moderner Rassismusformen? Alles im Namen der Kunst?

    „Wo Bücher verbrannt werden, werden auch Menschen verbrannt“

    Gruß, Nicolas

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