Bundespräsident Wulff tritt aus dem falschen Grund zurück

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Die Presse jubelt. Bundespräsident Christian Wulff ist nun endlich zurückgetreten. Somit kann sie richtig stolz auf sich sein, denn dies ist der zweite Präsident in Folge, der durch die Macht der Medien zum Rücktritt veranlasst wurde. Die Presse, nicht vierte, sondern erste Macht im Staate.

Wulff war weder ein guter Präsident noch hätte er zu keiner Zeit in dieses Amt gehoben werden dürfen. Er sollte eben bequem sein und das Machtgefüge der verfilzten Merkel-CDU festigen. Dieser Plan ist nicht aufgegangen. Wulff war bieder bis in die Knochen, Opportunist, ohne Charisma, Gutmenschlich und der einzige Satz mit dem er sich bei seinem Volk ins Gedächtnis einbrannte, war faktisch gegen es gerichtet, nämlich, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Und zu guter letzt klebte er auch noch an seinem Amt. Endlich ist er weg, doch zurückgetreten ist er aus dem falschen Grund.

Die letzten Wochen der Wulffchen Berichtertattung bezüglich seiner »Affären«, werfen ein bedauernswertes Bild auf die deutsche Medienlandschaft: kleinkariert, selbstgerecht und machtbesessen. Ich will gar nicht erst auf die Einzelheiten der Vorwürfe die man Wulff machte, eingehen, es ist mir zu philisterhaft. Wieviele Politiker und andere Amtsträger müssten auf Grund solcher Lappalien ihren Hut nehmen? Die Palette reicht vom Ex-Präsidenten Rau, über Chem Özdemir bis hin zum lokalen Parteisoldaten, der vergessen hatte, über Nacht die Heizung in seiner dörflichen Parteizentrale abzudrehen und somit auf Staatskosten unnötigerweise Räumlichkeiten beheizt hatte und obendrein auch noch die Umwelt belastete. Wer will, der findet.

Ich hätte mir gewünscht, eben jene Presse wäre bei Themen an den Präsidenten gegangen, welche es als kritik- oder zumindest diskussionswürdig verdient gehabt hätten. Das berühmt-berüchtigte Islam-Zitat ist an Falschheit und gleichermaßen Naivität nicht mehr zu überbieten gewesen. Für mich eher ein Grund zurückzutreten, eine Ideologie (Religion) zu Deutschland par ordre dazugehörig zu definieren, welche sich von jener der National-Sozialisten nur im Detail unterscheidet. Das beste wäre gewesen, dieser schmierige Politiker wäre gar nicht erst angetreten und man hätte jenen Mann zum Präsidenten gemacht, der schon lange der »Präsident der Herzen« der Deutschen ist: nämlich Joachim Gauck.

Aktuallisierung:

Man muss schon ins Ausland schauen um auf Deutschland schauen zu können. Hier der Kommentar der NZZ: Zur Strecke gebracht


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