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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Goodyear-Arbeiter in Frankreich demonstrieren gegen sich selbst

Goodyear

»Faule Franzosen«?

Es ist immer wieder amüsant mit anzusehen, wenn Menschen gegen sich selbst demonstrieren. Es wäre indes naheliegend, alljährlich eine Art Hitparade der dümmsten Demonstrationen aufzustellen. Einer meiner Liebslingsbeispiele ist immer wieder die sogenannte »1. Mai-Demo« in Berlin. Dort demonstrieren alljährlich an Hitlers »Tag der Arbeit« tausende zumeist »Erwerbsausgeschlossene« Linke gegen »das System« ohne freilich zu merken, dass sie es längst in schlimmer Ausprägung höchstselbst repräsentieren und somit zugleich Opfer dessen, oder besser gesagt ihrer selbst sind.

Aktuell sind es nun die französischen Mitarbeiter des amerikanischen Konzerns Goodyear. Dieser war zuvor noch in den Schlagzeilen, da der erhoffte US-Investor Titan, der die Schließung eines Goodyear-Werks im französischen Norden noch hätte verhindern können, ob der »faulen Franzosen« und den real existierenden »3-Stunden-Tage« der französischen Arbeiter einen Rückzieher machte. Nun demonstrieren die selben Arbeiter gegen die Schließung des Werkes.

O-Ton des Investors: Sie können die sogenannten Arbeiter behalten.

Das Ganze las sich in der Welt vor etwa einer Woche so:

Auf der Suche nach einem Investor für eine vor der Schließung stehende Goodyear-Reifenfabrik hat sich die französische Regierung eine derbe Abfuhr geholt. Nach mehreren Besuchen des Werks schrieb der Chef des US-amerikanischen Unternehmens Titan einen Brief an Industrieminister Arnaud Montebourg, der vor Kritik an Standort und Mitarbeitern nur so strotzt.

„Die französischen Beschäftigten bekommen hohe Gehälter, aber sie arbeiten lediglich drei Stunden. Sie haben eine Stunde für ihre Pausen und das Mittagessen, unterhalten sich drei Stunden und arbeiten drei Stunden. Ich habe das den Gewerkschaftern ins Gesicht gesagt und sie haben mir geantwortet, das sei so in Frankreich“.

Haben die Demonstrierenden das jetzt nicht mitbekommen? Oder gerade doch? Gegen wen demonstrieren sie dann? Gegen den Konzern, den zunächst gutgewillten Investor oder gegen die Regierung? Was fordern sie? Weiterhin ihren Arbeitsplatz unter den gleichen Konditionen? Wahrscheinlich wohl Letzteres – offensichtlich ohne die geringste Selbsterkenntnis.

Aber wozu hat man schließlich die Politik. Die springt nun, nach dem gescheiterten Versuch einen willigen Investor zu finden, abermals ein. Und für die Sozialisten unter Hollande gibt es da nur eine Konsequenz. Nein, nicht dass man den sogenannten Arbeitern etwas Dampf unter dem Hintern macht, iwo: Die französische Regierung sah angesichts seiner beißenden Kritik wohl auch rot – sie drohte dem Unternehmen künftig mit schärferen Kontrollen seiner Produkte., so die Welt.

So ist’s richtig! Diese böhsen Konzerne. Zeigt’s ihnen. Und Leute: kauft in Zukunft nur noch französische Bananen.

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