Kunst & Unterhaltung

Berlin Biennale: Bücherverbrennung 2.0

Deutschland schafft es ab

Recyclen für den Führer

“DEUTSCHLAND SCHAFFT ES AB” – BUCHSAMMELAKTION

Der tschechische Künstler Martin Zet veranstaltet zur 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst eine tolle Kunstaktion gegen rechtes Gedankengut. Er ruft alle Besitzer von Thilo Sarrazins Bestseller Deutschland schafft sich ab! dazu auf, das Buch an einer spziell eingericheten Sammelstelle nahe des August-Bebel-Platzes abzugeben, um es dort zeitgemäß zu schreddern, neudeutsch recyclen. Das ist doch mal eine sinvolle und zugleich mutige Aktion. Und Kunst obendrein. »Zeitgenössisch«, soviel Kritik muss sein, ist es aber leider nicht mehr so ganz, da bereits ein anderer Künstler an gleicher Stelle eine ähnliche Aktion durchgeführt hat. Doch sicherlich will Martin Zet bloß seinen Tribut an den großen Führer Künstler und Urinitiator zollen; außerdem ist das ganze ja auch schon eine Ecke her und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Ich habe immer wieder großen Respekt davor, wieviel Zivilcourage manche Zeitgenossen aufbringen, um unsere Demokratie vor solch rassistischen Zeitgenossen wie diesem Sarrazin zu schützen.

Es könnte in etwa so klingen:

Wir übergeben dem Schredder die Schriften von Thilo Sarrazin!

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Künstlertruppe »DV8 Physical Theatre« zu Gast in Berlin: Can we talk about this?

Drei Affen

Realität, Wahrnehmung & Diskurs (pixelio.de)

Künstler, ob Theaterleute, Musiker oder Maler, alle stehen sie politisch fast ohne Ausnahme links. Dagegen ist nichts zu sagen, schließlich will Links ja in erster Linie einmal das Gute. Man ist für die Minderheiten, die Armen, die Umwelt, die Gleichberechtigung und hat nicht zuletzt eine gehörige Portion Täterverständnis. Man hat das Gute quasi gepachtet und sich somit das Paradis bereits auf Erden verdient. Man ist automatisch auf der richtigen Seite und nicht minder schnell geneigt, mit dem Finger auf andere zeigen. Was am Ende dabei heraus kommt, ist eine andere Sache, denn problematisch finde ich Links dann, wenn aus einerlei Gründen mit zweierlei Maß gemessen wird und man plötzlich Ideologien toleriert oder gar unterstützt, die man gesinnungsgemäß eigentlich bekämpfen müsste. Ein Paradoxon.

Es gibt, – nicht nur für Künstler, sondern für die mit Schuldkomplex behaftete westeuropäische Gesellschaft – gewisse Tabus, ja, eine Art Codex-Katalog. Manchmal geht es darum, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Manchmal stürzt sich nach links in den Tod um dem Ende auf der rechten Seite zu entgehen; dem vermeintlich kleineren Übel gibt man den Vorzug. Oft aber ist es einfach nur Bequemlichkeit und Verdrängung offen daliegender Tatsachen.

Außgerechnet eine Künstertruppe hat sich dessen nun angenommen und ist mit einem Programm unterwegs, welches diesen Tabus den Spiegel vorhält und den Codex zur Disposition stellt. Das Programm ist als Frage gestellt und lautet: Can we talk about this? und hat zurzeit in Berlin Deutschlandpremiere. Ein Paradigmenwechsel? Grund zur Hoffnung?

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Loriot aka Vicco von Bülow †

Das Frühstücksei

Das Frühstücksei

Deutschlands größter Komiker ist tot und das stimmt mich sehr traurig. Ich verneige mich vor Vicco von Bülow.

Mensch Vicco, na warte!

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TITANIC-Magazin: zwischen Papst, NPD, Klischee und Feigheit

Pope Umbrella

Papst-Witze der TITANIC

Momentan ist jeder dritte Cartoon der Titanic mit dem Papst besetzt, so fühlt es sich zumindest an. Er prangert auf dem aktuellen Titel und ist momentan auch auf dem Start-Cartoon im Web vertreten. Beide sind langweilig. Ohnehin finde ich die Papst-Witze dermaßen abgelutscht, dass mir nur noch ein Gähnen über die Lippen geht. Für einen Nicht-Katholiken und Agnostiker wie mich, sollte da mehr drin sein. Doch was tun, wenn der Witz einfach nicht zündet und offensichtlich bloßes Programm ist? Andererseit zeigt die Titanic wo der Hammer hängen kann. Hervorragend zum Beispiel, die aktuelle NPD-Verarsche mit dem Slogan Gas geben. Und man fragt sich, wie kommt diese Differenz zustande?

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Kunst: Pissen mit Dolce & Afghaner in Wien

Hamam statt Daham

Pissen für den Weltfrieden

Der Name ist halbwegs witzig: Dolce & Afghaner. Dahinter steckt ein Künstlerduo, welches brandaktuell in Wien eine Pärformenz mit dem Namen »HAMAM statt DAHAM« begeht und für Aufsehen, ja Aufregung gesorgt hat. Ein Jonathan Meese würde sicherlich vor Neid erblassen; nicht der Aufmerksamkeit, sondern der Ausdruckskraft halber.

Grob beschreiben lässt sich das Kunstwerk folgendermaßen:

Die zwei Künstler D&G agieren mit Schwert um die Hüfte vor der Karlskirche in Wien mit affigen Verrenkungen unter der Begleitung mehrerer Frauen und Männer. Alle sind in ritterzeitlichen Fummel gehüllt. Zwei der Frauen sind vermummt und nehmen – soweit dies anatomisch möglich ist – ihre Muschi aus der Hose und pinkeln in das Wasserbecken vor der Kirche.

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Lucian Freud gen Licht

Girl with a white dog

Girl with a white dog – Oil on canvas, 76.2 x 101.6 cm; Tate Gallery, London – (ibiblio.de)

Lucian Freud ist tot. Am 20. Juli verstarb der britisch/österreichische Maler und Meister des Lichtes Lucian Freud. Ich erfuhr aber erst gestern davon, dann kam das Massaker in Norwegen … und mir verging die Lust an einer weiteren Ausarbeitung dieses Artikels. Dennoch möchte ich ihm hier mit einer kleinen Erwähnung würdigen und das Bild »Girl with a white dog« von 1952 vorstellen.

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