Oper

Erich Wolfgang Korngold, der vergessene Komponist

Marietta

Die tote Stadt

Erich Wolfgang Korngold. Noch nie gehört? Macht nichts, leider! Ich kannte diesen Komponisten bis dato auch nicht. Leider. Ein Zufall brachte mich zu seiner Musik, welche im weitesten Sinne dem Fin de siècle zuzuordnen wäre. Korngold fing als Wunderkind an, und wurde gar als »Nachfolger Mozarts« gehandelt. Seine Opern die er bereits mit 2o schrieb, waren, neben denen von Richard Strauss, die am meist gespielten auf deutschen Bühnen zu jener Zeit. Auch an der Met in New York gab es bereits Inszenierungen. Man erwartete ein musikalisches Inferno für das kommende Jahrhundert, doch es blieb aus.

Die Musik ist voller Meisterschaft und dennoch heute quasi vergessen. Das ist nicht gerecht aber vielleicht auch ein bischen hausgemacht. Korngold emigrierte nach dem Anschluss Österreichs in die USA und machte dort zum zweiten Mal Weltkarriere: als Komponist von Filmmusik. Als er sich ab den 40ern wieder daran machte, absolute Musik zu schreiben, war er nicht mehr ganz en vogue und niemand mehr schenkte ihm Beachtung. Ein Talent, welches ein Land nur wenige in einem Jahrhundert hervorbringt, endete verbittert in Hollywood.

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Halloween vs. Lohengrin in Saarbrücken

Hello Wien

Hello Wien

Im SST lief am 31. Oktober Lohengrin und fiel damit sozusagen auf das seit etwa 15 Jahren aus dem Boden gestampfte »Fest« Halloween. Das Theater war voll, trotz der populären Gegenveranstaltung. Kultur bringt offenbar immer noch genügend Zugkraft auf. Gut so. Doch ohne dass ich es wollte, landete ich nach der Vorstellung auf einer halloweenisierten Party. Immerhin mit kulturellem Hintergrund. In die Moderne Galerie wurde eingeladen: Party und Kunst.

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Salome in Saarbrücken oder: Applaus im Theater und der typische Frühklatscher

Kulturbürgertum

Kulturbürgertum

Die Unkultur des allzu frühen Applauses in Konzerten und Oper. Neulich mal wieder erlebt im Saarländischen Staatstheater, bei Salome von Richard Strauss.

Es war diese eine Minute, die alles entschied. Als bei Christian Thielemanns grandiosem Gastauftritt als Dirigent der Dresdner Staatskapelle die letzten Töne von Bruckners Achter verklungen waren, da herrschte eine unendliche Minute lang, bevor dann der Applaus gewitterartig losbrach, ein vielhundertfaches Schweigen. In genau dieser Schweigeminute für die Schönheit der Musik, am 13. September in der Semperoper, hat sich Thielemann vermutlich entschieden, als Chefdirigent nach Dresden zu ziehen – und München zu verlassen. Nicht nur wegen des Orchesters also, sondern auch wegen des Publikums.

Das, was DIE ZEIT hier so schön beschreibt, gibt es offenbar nicht nur nicht in München, sondern auch nicht in Saarbrücken.

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