Schostakowitsch

Husten im Konzert: Schostakowitschs 4te in Saarbrücken

Achtung Esel!

Dass in Konzerten gehustet wird ist ja nichts neues. Doch dass es mich (als Opfer) einmal so erwischen würde, habe ich selbst in meinen pessimistischen Vorahnungen nicht befürchtet. Am 9ten Januar wurde in der Kongresshalle Saarbrücken ein Konzert gegeben. Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern spielte auf. Auf dem Programm standen Bartóks Violinkonzert N°1 und Schostakowitschs Symphonie N°4.

Beide Stücke kannte ich, aber Schostakowitschs 4te liebe ich über alles. Es war das erste Mal, dass ich dieses Stück live erleben durfte. Ich will gar nicht weiter auf das Konzert eingehen und auch keine Kritik verfassen; dazu ist es jetzt – acht Tage danach – ohnehin zu spät. Doch nun, als ich mir den Konzertmittschnitt des SRs angehört habe – es gibt dazu übrigens eine App vom SR – kam mir der bereits verdrängte Husten an einer bestimmten Stelle wieder in den Sinn.

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Schostakowitsch (Klavierkonzert F-Dur op.102) für Einsteiger …

… oder man könnte auch sagen »Klassik für Einsteiger«, wenn das nun folgende Stück Musik vorgestellt wird.

DSCH

Eigentlich, sofern man nicht prinzipiell ein Problem mit klassischer Musik hat, oder sonstigen Dogmen erlegen ist, müsste diese Musik jedem gefallen. Sie ist für anspruchsvolle Ohren ebenso geeignet wie sie auch jederman sofort ins Ohr geht. Der Beatles-Effekt quasi. Mozart beschrieb dies einmal in einem Brief an seinen Vater sehr treffend: […] die Concerten [Klavierkonzerte] sind eben das Mittelding zwischen zu schwer, und zu leicht – sind sehr Brillant – angenehm in die ohren – Natürlich, ohne in das leere zu fallen – hie und da – können auch kenner allein satisfaction erhalten – doch so – daß die nicht=kenner damit zufrieden seyn müssen, ohne zu wissen warum.[…] Brief Mozarts an seinen Vater vom 28.12.1782.

Auch an dieser Stelle geht es nun um ein Klavierkonzert. Speziell um den 2. Satz (Andante) des 3sätzigen Klavierkonzert N° 2 in F-Dur op.102 von Dmitri Schostakowitsch.

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Erich Wolfgang Korngold, der vergessene Komponist

Marietta

Die tote Stadt

Erich Wolfgang Korngold. Noch nie gehört? Macht nichts, leider! Ich kannte diesen Komponisten bis dato auch nicht. Leider. Ein Zufall brachte mich zu seiner Musik, welche im weitesten Sinne dem Fin de siècle zuzuordnen wäre. Korngold fing als Wunderkind an, und wurde gar als »Nachfolger Mozarts« gehandelt. Seine Opern die er bereits mit 2o schrieb, waren, neben denen von Richard Strauss, die am meist gespielten auf deutschen Bühnen zu jener Zeit. Auch an der Met in New York gab es bereits Inszenierungen. Man erwartete ein musikalisches Inferno für das kommende Jahrhundert, doch es blieb aus.

Die Musik ist voller Meisterschaft und dennoch heute quasi vergessen. Das ist nicht gerecht aber vielleicht auch ein bischen hausgemacht. Korngold emigrierte nach dem Anschluss Österreichs in die USA und machte dort zum zweiten Mal Weltkarriere: als Komponist von Filmmusik. Als er sich ab den 40ern wieder daran machte, absolute Musik zu schreiben, war er nicht mehr ganz en vogue und niemand mehr schenkte ihm Beachtung. Ein Talent, welches ein Land nur wenige in einem Jahrhundert hervorbringt, endete verbittert in Hollywood.

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